Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik

In einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Hessen bildet man den Wirtschaftsinformatiker gemäß dem dualen Prinzip an Dualen Hochschulen/Berufsakademien aus. Der dortige Erwerb von theoretischem Fachwissen wechselt sich mit praktischen Ausbildungsphasen in einem Betrieb ab.

Die Ausbildung zum Bachelor of Science (DH/BA) Wirtschaftsinformatik dauert drei Jahre und ist in sechs Abschnitte von je einem halben Jahr gegliedert. Pro Halbjahr verbringt man zwölf Wochen in einem Ausbildungsbetrieb und weitere zwölf Wochen an der Studienakademie.

Dem Wirtschaftsinformatiker bietet sich eine Palette interessanter Branchen. Er findet seine Tätigkeitsfelder in der Industrie, im Handel, im IT-Sektor, in Kreditinstituten und bei Versicherungen sowie in der öffentlichen Verwaltung – praktisch überall dort, wo Informations- und Kommunikationssysteme eingesetzt werden, um Geschäftsprozesse präzise abzuwickeln. Darüber hinaus arbeitet er in Firmen, die IT-gestützte betriebliche Kommunikations- und Informationssysteme entwickeln, aufbauen, betreuen und vertreiben. Bildschirm-Arbeitsplätze gibt es ferner in der Softwareberatung und -schulung, etwa in Internet- und E-Business-Beratungsunternehmen.

Gefordert wird man vornehmlich in der Analyse, Entwicklung und Betreuung von Systemen. Man arbeitet im Vertrieb und löst betriebswirtschaftliche Probleme und Vorhaben im mittleren betrieblichen Management. Mittels IT-gestützter Informations- und Datenverarbeitungssysteme bewältigt man Aufgabenstellungen im Informations- und Kommunikationsmanagement.

Der Wirtschaftsinformatiker bewegt sich meist an den Schnittstellen zwischen Betriebswirtschaft und Informations-/Kommunikationstechnik. Bisweilen ist er auch im kaufmännischen Bereich bzw. in der Informationsverarbeitung tätig. Die Wirtschaftsinformatik ist je nach Studienakademie mit unterschiedlichen Schwerpunkten ausgerichtet. Dazu gehören u. a. Bank/Industrie, Electronic-Commerce/E-Business, Geschäftsprozesse im Industriebetrieb und Informationstechnik.

Beim Fachhochschulstudium Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik, das über sechs (selten über acht) Semester konzipiert ist, wird zunächst Grundlagenwissen vermittelt. Neben Kerninhalten der Wirtschaftsinformatik sind das Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, der angewandten Informatik und der Mathematik. In dem darauf aufbauenden Hauptstudium kann man die Grundlagen vertiefen, sich spezialisieren und durch zusätzliche Wahlpflichtfächer Schlüsselqualifikationen erwerben. Die Praktika sind an den Fachhochschulen oft unterschiedlich geregelt. Das Praxissemester findet aber im vierten oder fünften Semester statt.

Nach dem Studium kann man ins Berufsleben durchstarten oder einen Masterstudiengang belegen. Wirtschaftsinformatik-Studiengänge mit Bachelor- und Masterabschluss werden aufgrund steigender Nachfrage u.a. aus der Industrie und der IT-Branche zunehmend angeboten. Für eine erfolgreiche Karriere punktet man mit Verhandlungsgeschick, systematischer Arbeitsweise, dem Blick für praktische Lösungen und der Fähigkeit, Mitarbeiter zu führen.