Beamtin/Beamter im Zolldienst

Mittlerer Bildungsabschluss oder Abitur bzw. Fachhochschulreife? Beim Zoll kann man mit allen Schulabschlüssen punkten, wenn man teamfähig und engagiert, leistungsbereit und verantwortungsbewusst, zeitlich flexibel und bundesweit mobil ist.

Im Alltag erlebt man den Zoll beim Warenverkehr über Ländergrenzen hinweg, an Flughäfen, bisweilen auch dann, wenn überprüft wird, ob Unternehmen ihre Beschäftigten ordnungsgemäß gemeldet haben. Diese Arbeit erledigen Beamte im mittleren Zolldienst. In ihrer zweijährigen Ausbildung lernen sie den Rechtskreis kennen und anzuwenden, in dem sie sich bewegen: Vollzugsrecht, rechtliche Regelungen des grenzüberschreitenden Warenverkehrs, Zolltarifrecht, Verbrauchsteuerrecht, Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht, aber auch Sozialversicherungsrecht und Ausländerrecht.

Das klassische Einsatzgebiet der Zollbeamten ist die Zollabfertigung im grenzüberschreitenden Warenverkehr, dabei prüfen sie gewerbliche Warensendungen und die Frachtpapiere und bearbeiten Zollanträge. Und das nicht nur an den Grenzstationen selbst, sondern auch an Binnenzollämtern.
Zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit versuchen sie, illegale Beschäftigung zu verhindern. Als Zollfahnder werden sie im Auftrag von Staatsanwaltschaften tätig. Wer Interesse an Verwaltungs- und Buchhaltungsangelegenheiten hat, findet sich beispielsweise an Hauptzollämtern wieder. Zollbeamte können neben den Tätigkeiten an den Grenz- und Binnenzollämtern auch in mobilen Einsatzgruppen, in einer Bundesfinanzdirektion oder im Bundesministerium der Finanzen eingesetzt werden.

Auf Leitungs- und Kontrollaufgaben bereitet die Ausbildung zum Beamten im gehobenen Dienst vor, die aus Theoriephasen an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung im Fachbereich Finanzen – sie ist dem Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung in Münster angegliedert – und aus Praxisphasen in den verschiedenen Dienststellen der Zollverwaltung besteht. Sie steht Interessierten mit Abitur oder Fachhochschulreife offen. Nach drei Jahren und erfolgreicher Laufbahnprüfung erwerben sie zugleich die Qualifikation als Diplom-Finanzwirt (FH). Da Zolltätigkeiten viel mit internationaler Ausrichtung zu tun haben, gehört fachbezogener Fremdsprachenunterricht in Englisch oder Französisch mit zur Ausbildung.

Das Grundstudium umfasst Themen wie staatsrechtliche und politische Grundlagen ebenso wie Grundlagen in Volks-, Finanz- und Betriebswirtschaft sowie einführende Kenntnisse in Psychologie, Soziologie und Pädagogik. Im Hauptstudium geht es um spezielle Inhalte des Zollrechts und der öffentlichen Verwaltung. Weiterbilden kann man sich z.B. im Rahmen eines Masterstudiums.