Berufskraftfahrer/in

Um Berufskraftfahrer zu werden, ist kein bestimmter Schulabschluss erforderlich, jedoch muss man geistig und körperlich fit sein, um Fahrzeuge der Klasse C und CE oder Busse mit den Führerscheinklassen D und DE führen zu können.

In den ersten eineinhalb Jahren der insgesamt dreijährigen Ausbildung wird man u. a. in die Funktionsweise von Fahrzeugen eingearbeitet, lernt Wartung und Pflege sowie Betriebsstoffe zu kontrollieren, aufzufüllen und zu entsorgen. Auch das richtige Verhalten bei Unfällen steht auf dem Lehrplan, genauso wie die Verkehrssicherheit und das effektive Anwenden von Straßenkarten und Stadtplänen – denn auch in Zeiten von Navis ist es wichtig, sich mithilfe der klassischen Karten zurechtzufinden. Ferner hat man unter wirtschaftlichen Aspekten Fahrten zu planen und zu organisieren, muss beförderungsbezogene Kostenrechnungen und Vertragsabwicklungen ausführen können und Arbeitsaufträge unter Beachtung betrieblicher Vorgaben erledigen.

Die folgenden 18 Monate bringen ebenfalls praxisgerechte Lehrinhalte. So gilt es, Fehler und Mängel am Fahrzeug festzustellen, zu beschreiben und Maßnahmen zu deren Beseitigung zu ergreifen. Man führt Übernahme- und Abfahrtkontrollen durch, prüft Transportgut nach Art und Menge sowie hinsichtlich offensichtlicher Mängel und leitet bei Beanstandungen entsprechende Maßnahmen ein.
Das korrekte Be- und Entladen eines Fahrzeugs sowie die Ladung zu stauen und zu sichern will genauso gelernt sein wie eine Fahrzeugkombination und einen Sattelzug der Klasse CE im öffentlichen Straßenverkehr innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften sicher und wirtschaftlich zu führen, wobei natürlich die Verkehrsvorschriften sowie Lenk- und Ruhezeiten im In- und Ausland eingehalten werden müssen. Firm zu sein gilt es ferner, was qualitätssichernde Maßnahmen betrifft, um Arbeitsvorgänge im eigenen Arbeitsbereich kontinuierlich zu verbessern und damit zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz beizutragen.

Berufskraftfahrer arbeiten hauptsächlich in Unternehmen des Güterverkehrs, der Logistik und der Entsorgung. Sie transportieren Güter sicher und kundenorientiert, agieren dabei wirtschaftlich und umweltschonend und wenden nationale und internationale Rechts- und Sozialvorschriften des Straßenverkehrs an. Die dreijährige Ausbildung kann entweder in einem Transport-, Logistik- oder Entsorgungsunternehmen oder in einem Unternehmen des Reiseverkehrs und des öffentlichen Personennahverkehrs erfolgen.
Den Führerschein der Klassen C und CE für Laster bzw. Laster mit Anhänger erhält man mit dem vollendeten 18. Lebensjahr. Um Busse und Busgespanne zu führen, muss man mindestens 21 Jahre alt sein.

Nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz müssen gewerbliche Fahrer über eine sogenannte Grundqualifikation verfügen und sich alle fünf Jahre weiterbilden, um ihr Wissen dem neuesten Stand anzupassen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Verkehrssicherheit und sparsamem Kraftstoffverbrauch.

Berufskraftfahrer können sich zum Kraftverkehrsmeister weiterbilden oder sich beispielsweise auf Gefahrguttransporte spezialisieren.