Binnenschiffer/in

Binnenschiffer

Binnenschiffer

Ein Motorgüterschiff befördert die gleiche Gütermenge wie hundert Lastwagen, ein großer Schubverband ersetzt sogar bis zu 650 Lkw oder 400 Eisenbahnwaggons. Für den sicheren Transport auf den Wasserstraßen sorgen die Binnenschiffer. Rund 3.500 deutsche Fahrzeuge verkehren nach Angaben des Arbeitgeberverbands der Deutschen Binnenschifffahrt auf den gut 7.000 Kilometer schiffbaren bundesdeutschen Wasserstraßen. Dazu kommen die europäischen Flotten, vor allem aus den Niederlanden, Frankreich und Belgien. Rund zwei Drittel befördern Güter, ein Drittel entfällt auf die Personenschifffahrt.

Binnenschiffer laden und löschen die Transportgüter in den Häfen, steuern ihre Schiffe durch Flüsse, Kanäle und Schleusen, sie sorgen für sicheres An- und Ablegen, warten die Maschinen und können kleinere Reparaturen selbst ausführen. Sie halten ihr Fahrzeug instand und führen die notwendigen Schiffspapiere. In der Personenschifffahrt kümmern sie sich um eine sichere und angenehme Reise ihrer Passagiere; bei den Wasser- und Schifffahrtsämtern halten sie Schifffahrtsanlagen instand und sorgen für den ordnungsgemäßen Zustand der Fahrrinne und Verkehrszeichen.

Die meiste Zeit ihrer dreijährigen Ausbildung verbringen die angehenden Binnenschiffer an Bord. Sie sind Allrounder, die sich mit Maschinen und Elektronik auskennen, Teamspieler, die sich auf Arbeiten unter freiem Himmel bei Wind und Wetter, auf beengte räumliche Verhältnisse an Bord und auf unregelmäßige Arbeitszeiten einlassen. Sicherheitsvorkehrungen müssen sie zu ihrem und dem Schutz der ihnen anvertrauten Menschen und Güter genau einhalten.

Den Berufsschulteil absolvieren die Azubis jedes Jahr in einem dreimonatigen Block am Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg bzw. an der berufsbildenden Schule Schönebeck in Sachsen-Anhalt. Dort geht es unter anderem um Transportlogistik, Schiffsbau, Nautik, rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte und das Thema Europa –Wasserstraßen verbinden viele Länder.

Neben einer guten Konstitution und Farbtauglichkeit braucht ein Binnenschiffer Gemeinschaftsgeist und Zuverlässigkeit, handwerkliches und technisches Geschick – und er muss schwimmen können. Nach bestandener Prüfung erhält er den Matrosenbrief.

Mit mindestens vier Jahren Fahrzeit und einem Mindestalter von 21 Jahren kann er sich zum Schiffsführer weiterbilden. Unter Umständen ist auch ein Studium möglich, etwa im Fach Nautik.