Bürokaufmann/frau

Zahlungs- und Liefertermine kontrollieren, Personalakten verwalten, Geschäftsvorgänge überwachen, bisweilen unter Zeitdruck und meist vor dem Bildschirm – der Bürokaufmann, dem die Welt der Handwerks-, Industrie- und Handelsfirmen offen steht, muss viel organisatorisches Talent entwickeln und selbstständig wirken, will er seinen Arbeitsplatz optimal ausfüllen. Bürotätigkeiten sind vielfältig, verlangen Konzentration und bedürfen während der Ausbildung einer exakten, schrittweisen Anleitung durch Ausbilder und Kollegen, will man auf Dauer erfolgreich bestehen.

Zu den Aufgabengebieten gehören das Führen von Karteien und Dateien, Registraturarbeiten, die Postbearbeitung; man erfasst Belege, führt Kontokorrent-, Bestands- und Erfolgskonten, löst betriebsspezifische Aufgaben mittels moderner Bürokommunikationstechniken, lernt Einsatzbereiche der Datenverarbeitung für kaufmännische Anwendungen kennen, erstellt und bewertet Statistiken, stellt Kosten und Erträge betrieblicher Leistungen dar, bearbeitet Vorgänge in der Personalverwaltung sowie im Auftrags- und Rechnungswesen und erfasst und kontrolliert den Materialbestand im Lager.

Während der Ausbildung erfährt man alles über die Arbeitsweise des Unternehmens, die zu beachtenden Umweltschutzmaßnahmen, durchschaut gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge und lernt berufsspezifische Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anzuwenden.
In der Berufsschule erwirbt man sich theoretische Kenntnisse in den Lernfeldern Informationsverarbeitung, allgemeine und spezielle Wirtschaftslehre sowie Rechnungswesen.

Tätigkeitsfelder gibt es in Verwaltungsabteilungen von Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche, wobei es sich bei größeren Betrieben nach der Ausbildung zu spezialisieren gilt, so auf die Sachbearbeitung, das Finanz- und Rechnungswesen oder das Personalwesen. Die erworbenen Qualifikationen müssen ständig aktualisiert werden.

Über eine Aufstiegsweiterbildung kann man Karriere machen, etwa als Fachkaufmann, als Betriebs- oder als Fachwirt. Mit einer Hochschulzugangsberechtigung lässt sich ein Studium beginnen.
Selbstständig machen kann man sich beispielsweise mit einem Sekretariatsservice oder als Leiter eines Teleservice-Centers – Schwerpunkt Büroservice.

Die bundesweit geregelte 3-jährige Ausbildung wird in Industrie und Handel sowie im Handwerk angeboten. Die Ausbildungszeit kann bei sehr guten Leistungen um bis zu sechs Monate verkürzt werden.

Eine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Oft setzen die Unternehmen aber den mittleren Bildungsabschluss voraus. Schulische Bildungsstätten legen eigene Zugangskriterien (in der Regel einen Hauptschulabschluss) fest.