Chemielaborant/in

Interesse an naturwissenschaftlichen Vorgängen, dazu Präzision und Sorgfalt, sind wichtige Eigenschaften angehender Chemielaboranten. Die Ausbildungsanforderungen sind hoch, nicht zuletzt wegen der enormen Stofffülle, die vermittelt wird.

Gelernt werden u.a. Messen und Wägen, Trenn- und Reinigungsverfahren, Arbeiten mit festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen, chemische und physikalisch-chemische Messmethoden. Zum Lernstoff kommen die fachspezifischen Anforderungen des gewählten Industriezweiges hinzu – zum Beispiel in der chemischen Industrie das Arbeiten bei erhöhtem Druck, Destillieren bei Unterdruck, Gasanalyse etc.
Die Leistungsanforderungen in der Abschlussprüfung sind – entsprechend dem hohen Ausbildungsniveau – groß.

Der Chemielaborant hantiert sowohl mit organischen als auch anorganische Stoffe, analysiert sie und untersucht bzw. optimiert chemische Prozesse. Er arbeitet beispielsweise an neuen Synthesemöglichkeiten oder an der Verbesserung bestehender Verfahren. Zu seinen Branchen zählen die kunststoffverarbeitende Industrie, die Mineralölindustrie, Gießereien oder die Agrikulturchemie. Ein interessantes Feld sind Untersuchungen, die im Rahmen der Lebensmittelherstellung und -kontrolle anfallen.

Die dreieinhalbjährige Ausbildung ist in den ersten 18 Monaten für alle Industriezweige gleich, danach folgt eine Spezialisierung auf bereits zuvor festgelegte Wahlqualifikationen. Ausbildungsmöglichkeiten gibt es übrigens nicht nur in der Industrie, sondern auch in chemischen Untersuchungsämtern, in Forschungseinrichtungen oder im Hochschulbereich. Daneben bieten Fachschulen diese Ausbildung an.

Chemielaboranten finden ihr Betätigungsfeld sowohl in der Forschung als auch in der Produktion. Ihre Tätigkeit wird dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich zugeordnet. Neben den unerlässlichen Fachkenntnissen in Chemie und Physik wird auch ein ausgeprägtes technisches Verständnis verlangt, denn es gilt, zahlreiche bisweilen hochtechnische Apparaturen zu beherrschen. Darüber hinaus ist der Computer alltägliches Hilfsmittel beim Protokollieren und Auswerten chemischer Prozesse.

Zwar können sich auch Interessierte mit einem – guten – Hauptschulabschluss für den anerkannten Ausbildungsberuf Chemielaborant bewerben, in der Praxis werden aber Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerer Reife oder Abitur bevorzugt. Abiturienten können bisweilen mit einer verkürzten Ausbildungszeit rechnen.

Der Chemielaborant kann an hausinternen Fortbildungsseminaren teilnehmen sowie eine Technikerschule besuchen. Hier kann er sich zum Chemietechniker qualifizieren. Möglich ist auch die Weiterbildung zum Industriemeister der Fachrichtung Chemie. Bei entsprechendem Schulabschluss kann man eine Fachhochschule oder Universität besuchen.

Ist Mobilität gegeben, erlaubt die Vielseitigkeit dieses Berufes interessante und herausfordernde Einsatzmöglichkeiten. Viele Chemielaboranten arbeiten in Positionen mit großer Selbstständigkeit und dementsprechend großer Verantwortung.