Dachdecker/in

Wenn es darum geht, ein Dach zu decken, instand zu halten, Schornsteine abzudichten, Dachfenster, Lichtkuppeln und Lichtbänder einzubauen oder Außenwände zu verkleiden, ist der Dachdecker gefragt. Die Vielfalt der Gebäude bewirkt die Vielseitigkeit der Arbeit – es gilt, Dächer von Reihen-, Hoch- und Einfamilienhäusern zu decken, Kirchen, Fabrikhallen und Garagen, an Sattel-, Walm-, Mansard- und Flachdächern zu werkeln. Da sich immer mehr Architekten von althergebrachten Fertigbauweisen abwenden und sich nach der eigenen oder nach der Phantasie der Auftraggeber bei der Haus- und Dachkonstruktion richten, ist auch das handwerkliche Geschick des Dachdeckers gefordert, dessen Berufsinhalte sich durch zahlreiche technische Entwicklungen in den letzten Jahren verändert haben.

Manche Arbeiten reichen in die Denkmalspflege hinein – dann, wenn in einem Freilichtmuseum ein alter Bauernhof originalgetreu nachgebildet werden soll oder die Häuser eines Dorfplatzes im mittelalterlichen Charakter neu hochgezogen werden müssen.

Die Dachdeckerarbeiten gliedern sich in drei Hauptbereiche: das Arbeiten an und auf Dächern, das Verkleiden von Außenwänden und das Abdichten von Bauwerken und Bauwerksteilen. Das nach wie vor am häufigsten verwendete Material ist der aus Ton und Lehm gebrannte Ziegel. Diese Ziegel müssen oft noch zurechtgeschnitten werden, weil Dachfenster, Schornsteine oder Luken zu berücksichtigen sind. Lattungen und Schalungen werden meist aus Holz gefertigt, das einer Spezialbehandlung unterzogen wird, um es vor Schädlingen zu schützen. Auf dem Dach montiert werden müssen bisweilen auch Blitzschutzanlagen, Schneefanggitter und Haken für das Einhängen von Leitern für den Schornsteinfeger.

Die Lehrzeit beträgt drei Jahre. Man erwirbt umfangreiche Kenntnisse über Materialien wie Dachziegel, Betondachsteine, Dachschiefer, Dichtungsbahnen, Holzschindeln, Asphalte, Metalle, Kunststoffe, Spachtel- und Dichtungsmassen, Holzarten und Lasurmittel. Auch diverse Arbeitstechniken eignet man sich an – wie Behauen, Kleben, Zuschneiden, Verschrauben, Verdrahten, Vermörteln etc. Hierbei werden vielfach technische Hilfsmittel eingesetzt – Maschinen und Spezialwerkzeuge.

Durch die gestiegenen Energiepreise nimmt das Arbeitsgebiet Außenwandverkleidung immer mehr an Bedeutung zu. Hier muss gelernt werden, welche Materialien – ob Kunststoffelemente oder Schieferplatten – effektiv eingesetzt werden.

Auch Spezialisierungsmöglichkeiten gibt es, etwa auf das Arbeitsgebiet Abdichtung von Bauwerken gegen Grund- und Oberflächenwasser, auf Gussasphaltarbeiten im Hochbau, auf Balkonen und Terrassen. In jedem Fall aber muss man sich in baubehördlichen Vorschriften auskennen und Bebauungspläne korrekt umsetzen.

Für diesen Beruf notwendig sind solide mathematische Kenntnisse,  Raumvorstellungsvermögen, eine gute Körperkonstitution, Schwindelfreiheit und technisches Verständnis. Fortbilden kann man sich zum Meister, oder man kann studieren in der Fachrichtung Architektur.