Erlebnispädagoge/in

Eine stabile Persönlichkeit und soziale Kompetenzen helfen nicht nur im privaten Umfeld, sondern spielen auch im Berufsleben eine entscheidende Rolle. Die Erlebnispädagogik setzt auf Gruppenerfahrungen in der Natur, um solche Schlüsselqualifikationen zu stärken.

Seit Mitte der achtziger Jahre hat sich dieses Arbeitsfeld vor allem im Bereich der Jugendhilfe etabliert, attraktiv für die betroffenen Jugendlichen wie für die dort arbeitenden Betreuer. Erlebnispädagogen sind mit ihrer Zielgruppe, in der Regel benachteiligte Jugendliche, häufig im Natur-Sport-Erlebnis-Bereich aktiv. Sei es nun beim Kanu-Fahren, Klettern, Trekking oder Segeln, die Erlebnispädagogik macht sich die grundlegende Erkenntnis zunutze, dass veränderte Rahmenbedingungen und ungewöhnliche Erfahrungen die Bereitschaft eines jeden Menschen stärken, neue Verhaltensmuster auszuprobieren.

Neben praktischem sportlichem Können, Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen bedarf es einer fundierten pädagogischen Ausbildung, um eine solche Arbeit leisten zu können. ’Erlebnis’ ist hier kein zufälliges Geschehen, sondern ein gezielt konstruiertes und geplantes Lernangebot – über eigenes Handeln wird Wissen erworben, werden Fähigkeiten und nicht zuletzt Werte vermittelt.

Bislang gibt es allerdings kein einheitliches Berufsbild für Erlebnispädagogen/innen. Die Praktiker haben oft Sozialarbeit oder Sozialpädagogik studiert und danach ein Aufbaustudium an einer Fachhochschule absolviert.

Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung in den Bereichen Pädagogik, Sozialarbeit oder Tourismus können die Zusatzqualifikation an einzelnen Fachschulen bzw. Akademien erwerben. Abhängig von der Einrichtung, erreicht man eine erlebnispädagogische Zusatzqualifikation auch im Rahmen einer staatlich anerkannten Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher. Den Absolventen dieser Ausbildung eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten. Sie können einerseits in den eher traditionellen Bereichen wie der Heimerziehung, in Jugendzentren oder Kinderhorten arbeiten; andererseits sind sie aber auch darauf vorbereitet, in Outdoor- und Erlebnis-Projekten das erworbene Fachwissen einzusetzen.