Fachkraft für Abwassertechnik

Interesse an Naturwissenschaften und Umweltfragen, mathematisches Verständnis und eine gehörige Portion Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt sind gute Voraussetzungen für den Beruf. Nicht schaden können Robustheit und Belastbarkeit, denn bisweilen muss man strenge Gerüche oder Arbeiten in engen Kanalrohren aushalten. Die Fachkraft für Abwassertechnik ist in Kläranlagen oder auch Laboren beschäftigt, und zwar nicht nur in Schalträumen und Pumpwerken, sondern auch im Freien.

Jeder Liter Wasser, der verbraucht wird, sei es im Haushalt oder in großen Industrieanlagen, muss gereinigt werden, um danach unbesorgt und frei von Giftstoffen oder Fäkalien wieder in den Wasserkreislauf eingeleitet werden zu können. Über die Kanalisation wird das Abwasser in Klärwerke geleitet, wo Fachkräfte für Abwassertechnik es wieder zu einwandfreiem Trinkwasser aufbereiten. Sie überwachen und steuern die Betriebsabläufe, halten das Rohrsystem instand und sorgen dafür, dass die Reststoffe umweltgerecht weiterbehandelt oder entsorgt werden.

Im Einzelnen ziehen die Fachkräfte für Abwassertechnik regelmäßig Proben und führen mikrobiologische Analysen durch, sie bedienen und steuern komplexe Anlagen zur Behandlung von Abwasser und Klärschlamm und sorgen dafür, dass alle Maschinen sowie die Rohrleitungen instand gehalten werden. Zur Qualitätssicherung gehört nicht zuletzt die sorgfältige Dokumentation aller Arbeitsabläufe. Das geschieht rund um die Uhr im Schichtdienst.
Als Endprodukt stellen Fachkräfte für Abwassertechnik nicht nur einwandfreies Wasser, sondern auch Energie her, und zwar aus den Gasen des Faulschlamms. Was dann noch übrig bleibt und nicht durch Giftstoffe belastet ist, kann als Dünger benutzt werden.

Ein Großteil der Jugendlichen, die die dreijährige Ausbildung aufnehmen, verfügt über die mittlere Reife, aber auch mit einem guten Hauptschulabschluss hat man hier Chancen. Wer weiterkommen möchte, kann sich zum Abwassermeister oder Techniker der Fachrichtung Umweltschutztechnik qualifizieren. Und mit einer Hochschulzugangsberechtigung lässt sich ein Bachelorabschluss im Bereich Umwelt- oder Verfahrenstechnik ansteuern.