Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Ohne sie würden wir in unserem eigenen Müll ersticken: Der Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft ist es zu danken, dass die Tag für Tag anfallenden Abfälle fachgerecht und umweltverträglich entsorgt bzw. wiederverwertet und zuvor gesammelt und sortiert werden. Drei Jahre dauert die Ausbildung, die mit den Schwerpunkten Logistik, Sammlung und Vertrieb, Abfallverwertung und -behandlung oder Abfallbeseitigung und -behandlung gewählt werden kann. Allzu zart besaitet sollte man nicht sein, denn die Arbeit verlangt einiges ab: Im Freien, z.B. auf Deponien, muss man Hitze, Nässe und Kälte trotzen, in Zerkleinerungsanlagen kann es laut werden, und Müll verströmt in der Regel keinen Rosenduft. Dafür sind Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein wichtige Eigenschaften der Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, denn sie hantiert auch mit umweltgefährdenden Stoffen, muss zuverlässig Wiederverwertbares von Restmüll trennen und bedient Maschinen. Nicht zuletzt ist Kundenorientierung gefragt, wenn Privat- oder Geschäftsleute Fragen zur Abfallentsorgung haben.

Voraussetzung für die Weiterbehandlung des Mülls ist die Organisation und Umsetzung der Sammlung. Das beinhaltet das Planen der wöchentlichen Abholtouren ebenso wie die Betreuung der Container an ausgewiesenen Sammelstellen. Bisweilen muss der Transport von Problemmüll unter Beachtung der notwendigen Sicherheitsvorschriften gesondert organisiert werden.

Ist der Abfall erst einmal in Wertstoffhöfen oder Aufbereitungsanlagen eingetroffen, geht es um die umweltgerechte Weiterbehandlung. Die Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft entscheidet, was verwertet werden kann – Metalle aller Art, auch Glas oder Papier sind gefragte Sekundärrohstoffe – und was in die Müllverbrennung oder auf spezielle Deponien wandert. Unabdingbar fürs Recycling ist die sorgfältige Trennung in die unterschiedlichen Komponenten. Dazu dienen mechanische Sortieranlagen, die von den Fachkräften gesteuert und überwacht werden.

In Müllverbrennungsanlagen wird unbedenklicher Restmüll beseitigt; Sondermüll liegt auf besonders angelegten Deponien oder wird in speziellen Anlagen verbrannt, beides muss regelmäßig labortechnisch überwacht werden.
Außer in privaten und öffentlichen Abfallbeseitigungsbetrieben, Recyclingfirmen oder Betrieben, die Sonderabfälle entsorgen, können Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft auch in Ingenieurbüros arbeiten.

Weiterbilden kann man sich beispielsweise zum Techniker, bei entsprechenden Voraussetzungen ist ein Studium im Bereich Umweltschutz, Umwelttechnik oder Verfahrenstechnik möglich.