Fotograf/in

Fotograf/in

Kaum ein Berufsstand prägt sich durch sein Auftreten in der Öffentlichkeit so stark wie das des Fotografen, denn ganz gleich, welche Veranstaltung man besucht – ein Fotograf, der für die Zeitung ein Bild macht, ist immer mit von der Partie. Die Kamera ist sein Arbeitsinstrument, mit dem uns Bilder aus allen Bereichen des Lebens, aus Sport, aus fernen Ländern, aus Forschung und Technik nahegebracht werden. Heutzutage ist es in der Regel eine digitale Spiegelreflexkamera, nur selten – zumeist im künstlerischen Bereich – werden noch Apparate mit Chemiefilm benutzt.

Das Arbeitsfeld des Fotografen ist so groß, wie das Leben reichhaltig ist. Im Atelier fertigt er Porträts von Menschen an, macht Passfotos, Aufnahmen von spielenden Kindern. Ein gutes Händchen im Umgang mit Menschen ist in diesem Bereich unerlässlich.
Im Atelier entstehen auch Reproduktionen von Gemälden und Zeichnungen, alten Plänen oder Fotografien. In der Regel werden ältere Aufnahmen oder Dias eingescannt, um am Computer weiterverarbeitet werden zu können.

Im Bereich der Industriefotografie kommt es auf eine exakte, farbgetreue und technisch einwandfreie Wiedergabe von Maschinen, Industrieanlagen und Produktionsabläufen an. Da vor Ort geknipst werden muss, werden die oft schweren Kameras, Lampen, Kabeltrommeln und Stative gut verpackt ins Zielgebiet transportiert.

Je nach Aufgabenstellung kommen Blitzanlagen, Messgeräte und verschiedene Objektive zum Einsatz – so auch bei der Werbe-, Mode-, Landschafts- und Tierfotografie.
Mit dem Schießen der Bilder allein ist es aber noch längst nicht getan. Im digitalen Zeitalter ersetzt der Computer das frühere Fotolabor, in dem die Negative mithilfe verschiedener Chemikalien entwickelt und belichtet werden – es spielt heute nur noch eine Nebenrolle. Am Bildschirm werden Bildauflösung und Farbsättigung kontrolliert, gegebenenfalls mit Bildbearbeitungsprogrammen korrigiert und die Bildausschnitte gewählt. Die fertigen Fotos erhält der Kunde auf einem Speichermedium oder auf Wunsch auf geeignetem Papier ausgedruckt.

Neben technischem und handwerklichem Geschick benötigt man für diesen Beruf schöpferische Phantasie, optisches Vorstellungsvermögen, gestalterische Fähigkeiten und einen ausgeprägten Farbsinn. Sauberkeit, Kontaktfreudigkeit und Einfühlungsvermögen sind ebenfalls wichtig.

Die Ausbildung zum Fotografen dauert drei Jahre. Die Ausbildungsinhalte entsprechen den Herausforderungen der heutigen Zeit: Der Azubi durchläuft eine breit angelegte Basisausbildung, die mit einem Schwerpunkt ergänzt wird. Zur Auswahl stehen die Bereiche Porträtfotografie, Produktfotografie, Industrie- und Architekturfotografie sowie Wissenschaftsfotografie.

Daneben wird dem Umgang mit Licht, den fotorechtlichen Vorschriften, der digitalen Bildbearbeitung und dem Farbmanagement ein hoher Stellenwert eingeräumt. Ein guter Hauptschulabschluss wird für diesen Beruf vorausgesetzt.

Meist wird ein Fotograf nach der Gesellenprüfung in ein Angestelltenverhältnis übernommen, sei es in Fotoateliers, bei Werbeagenturen oder in der Industrie. Nach drei- bis fünfjähriger Berufserfahrung kann die Meisterprüfung abgelegt und der Schritt in die Selbstständigkeit gewagt werden. Fortbildungsmöglichkeiten gibt es u.a. zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Fototechnik oder zum Medienfachwirt. Im Bereich Design oder Medientechnik kann man studieren.