Friseur/in

Frisör

Frisör

In einer modisch so anspruchsvollen Zeit wie der unseren genügt es nicht, sich im Do-it-yourself-Verfahren die Haare kurz zu schneiden und sie einmal pro Woche unter Leitungswasser zu halten, damit sie gepflegt aussehen. Wer auf sich hält, geht zum Friseur, der durch Schnitt, Formung und farbliche Veränderung der Kopf- und auch der Barthaare Persönlichkeitsmerkmale herausstreicht. Er massiert die Kopfhaut, behandelt diese und die Haare mit diversen Pflegemitteln, ganz dem individuellen Haartyp angepasst; dann – je nach Kundenwunsch – bleicht oder tönt er die Haare, wellt und frisiert sie. Haarteile werden als Ersatz oder Ergänzung verwendet, über deren Pflege der Friseur seinen Kunden genauso informiert wie über die kosmetischen Behandlungen sowie über Hand- und Nagelpflege. Mit der Kundenberatung übt man auch eine Verkaufstätigkeit aus.
Die Tätigkeitsschwerpunkte des Friseurs sind Herrenfach, Damenfach, Kosmetik und Haararbeiten mit Perücken und Toupets, die heutzutage übrigens industriell hergestellt werden. Hand- und Nagelpflege (Maniküre) und die Behandlung der Gesichtshaut bleiben meist der Friseurin vorbehalten.

Viele Friseure haben sich spezialisiert und sind tätig als Perückenmacher, Theaterfriseur, Maskenbildner oder Bahnhofsfriseur. Der Theaterfriseur stellt historische Frisuren und Haartrachten her, fertigt Perücken, Bärte, Zöpfe, Wimpern, Augenbrauen und Kopfschmuck einem historischen Stück entsprechend an. Von Gesicht, Kopf und Gliedmaßen nimmt er Abdrücke, modelliert diese, stellt Gipsformen her und kaschiert sie, bis sie zur Schauspielerrolle passen. Die Schauspieler schminkt er gemäß ihren Rollen. Auch im Film und Fernsehen ist diese Arbeit für die Fiktion eminent wichtig. Wer auf Bahnhöfen, Flughäfen oder Reiseschiffen als Friseur arbeitet, sollte Fremdsprachenkenntnisse mitbringen, die bisweilen auch in der kosmetischen Industrie im Umgang mit Kunden von Nutzen sind, denn hier ist der Friseur als Fachberater, Kontakter oder Demonstrateur gefragt. Die meisten Friseure arbeiten selbstständig und eigenverantwortlich, der Beruf lässt sich aber auch als Angestellter oder als Arbeiter ausüben.

Zugangsvoraussetzungen für diesen anerkannten Ausbildungsberuf mit seiner dreijährigen Lehrzeit gibt es nicht. Ein Berufsgrundbildungsjahr kann auf Antrag auf die Ausbildung angerechnet werden. Die Ausbildungsdauer lässt sich mit weiterführenden Schulabschlüssen nochmals verkürzen.

Da viel mit Chemikalien und Duftstoffen gearbeitet wird, sind belastbare Haut und Atmungsorgane wichtig. Kreativität, Fingerspitzengefühl und Kontaktfreudigkeit sollte man mitbringen. Während der Lehrzeit, bei der man auch Überstunden einkalkulieren muss, lernt man Haare, Haut und Nägel zu beurteilen und zu behandeln; ferner lernt man das Auswählen und Anwenden von Chemikalien, das Haarschneiden, Rasieren und Bartformen, das Frisieren, Dauerwellen und die farbverändernde Haarbehandlung. Man erwirbt Kenntnisse über den Gebrauch der im Friseurhandwerk gängigen Werkzeuge und erfährt manches über Farb- und Formenlehre. Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung.
Wer Lust verspürt, seinen Meister zu machen, kann an entsprechenden Vorbereitungskursen der Innungen und Handwerkskammern teilnehmen. Die Berufsaussichten werden u. a. von der Mode bestimmt.

Die lange Haartracht vornehmlich bei den Herren beispielsweise brachte über Jahre hinweg finanzielle Einbußen. Doch mit steigendem Lebensstandard wächst auch der Wunsch nach Pflege des Äußeren. Das belebt zweifellos das Friseurgewerbe. Als Fortbildungsmöglichkeiten gibt es z. B. den Friseurkosmetiker oder den Maskenbildner.