Gesundheits- und Krankenpfleger/in

Foto: Klinikum Ludwigshafen

Foto: Klinikum Ludwigshafen

Die „Krankenschwester“ und der „Krankenpfleger“ existieren nur noch in der Umgangssprache, denn seit geraumer Zeit lautet die offizielle Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankenpfleger/in und trägt damit den neuen Aufgaben des Berufsbildes Rechnung. Außer der Pflege des kranken Menschen gewinnt der präventive – also vorbeugende – Bereich an Bedeutung.

Die Ausbildung ist gesetzlich geregelt und dauert drei Jahre. Auch eine Teilzeitausbildung ist möglich. Bewerber müssen die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufes nachweisen.

Schulische Voraussetzungen sind der Realschulabschluss oder eine gleichwertige abgeschlossene Schulbildung, der Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung mit mindestens zweijähriger abgeschlossener Berufsausbildung oder erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zum Krankenpflegehelfer.

In der Regel beginnt die Ausbildung mit einem theoretischen Einführungsblock über mehrere Wochen. Hier werden die ersten Grundlagen für die späteren Einsätze in der Praxis vermittelt. Danach beginnt der erste Einsatz auf einer Station im Krankenhaus. Im Laufe der Ausbildung wechseln Theorie- und Praxisphasen einander ab. Der praktische Einsatz erfolgt u.a. in Krankenhäusern, Sozialstationen sowie Rehabilitationseinrichtungen.

Die Ausbildung endet mit der staatlichen Prüfung in drei Teilen: praktisches, theoretisches und mündliches Examen. Der theoretische Unterricht zählt insgesamt 2.100 Stunden, der praktische Einsatz 2.500 Stunden.

Bereits während der Ausbildung wird man auf die vielfältigen späteren Einsatzmöglichkeiten vorbereitet. Immer steht der Mensch im Mittelpunkt; ihn lernt man in den drei Jahren mit seinem Körperbau, seinen Krankheiten, den Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten kennen. Der Gesundheits- und Krankenpfleger weiß alles über die erforderlichen Pflege- und Vorbeugungsmaßnahmen und kennt die speziellen Pflegetechniken bei verschiedenen Erkrankungen.

Einen wichtigen Ausbildungsschwerpunkt bilden die psychosozialen Aspekte des betroffenen kranken oder von Krankheit bedrohten Menschen. Die Rücksichtnahme auf religiöse, kulturelle und ethnische Herkunft gehört zum Selbstverständnis der Pflege. Weitere Bereiche wie Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie die Entwicklung und Anwendung von Qualitätskonzepten bereichern das Berufsbild.

Die Tätigkeitsfelder der Krankenpflege sind vielfältig und beispielsweise auf den Stationen der Krankenhäuser, in der ambulanten Pflege, bei humanitären Organisationen oder in der Seniorenarbeit zu finden. Die stetige Fortbildung aufgrund ständig neuer Erkenntnisse in Pflegeforschung, Medizin und Sozialmedizin ist unumgänglich und aktualisiert das Wissen der Pflegenden.

Als Entwicklungsrichtungen gibt es:

  • die Spezialisierung in einem Fachbereich, z.B. Intensivpflege, OP, Psychiatrie u.v.a.;
  • die Aufstiegsweiterbildung, z.B. in Richtung Leitung einer Station, Funktionseinheit oder ambulanten Pflegeeinrichtung;
  • Studiengänge, z.B. Pflegemanagement, Pflegepädagogik, Pflegewissenschaften.

Die Anerkennung der Pflegeberufe ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Ein Bachelor-Abschluss (Bachelor of Nursing) ist möglich und eröffnet attraktive berufliche Perspektiven. Das deutsche Examen ist europaweit anerkannt.