Mechatroniker/in für Kältetechnik

Das Steak aus dem Tiefkühlfach, der Käse aus dem Kühlregal, frische Luft aus der Klimaanlage – ohne Kältetechnik wären diese Vorzüge undenkbar. Lebensmittel würden verderben, die Arzneimittelherstellung wäre gefährdet, und in Serverräumen würde ohne Klimaanlage die Datensicherung zusammenbrechen. Als Mechatroniker für Kältetechnik sorgt man hier für zuverlässige Kälte und das richtige Klima – in Gastronomie und Landwirtschaft, in Frachtschiffen, Laboratorien, Operationssälen, bei Industrieanlagen oder in Privathaushalten: Überall baut man Kühlraum- und Klimaanlagen, Tiefkühltheken und andere kälte- und klimatechnische Einrichtungen.

Seinen Beruf lernt man in einem Handwerks- oder Industriebetrieb sowie an der Berufsschule. Dabei wird man von Beginn an an wechselnden Einsatzorten bei Kunden gefordert. Man trägt Rohre und Dämmmaterial, führt Messungen durch und füllt Kühlmittel nach. Es gilt, sich an die hohen Temperaturunterschiede zwischen Kühlräumen und beheizten Werkstätten zu gewöhnen; man muss mit Schmierstoffen und Reinigungsmitteln den vorgegebenen Sicherheitsbestimmungen gemäß umgehen, und die Atemwege hat man vor Dämpfen zu schützen, wenn man lötet und schweißt. Beim Bau von Kälteanlagen sind nicht nur Körpereinsatz und geschickte Hände gefragt, sondern auch Sorgfalt und Konzentration. Nur so lassen sich Montageaufträge und Wartungsaufgaben perfekt ausführen und Unfälle vermeiden.

Bereits während der Ausbildung wird selbstständiges Arbeiten erwartet. U.a. lernt man, wie Bauteile durch verschiedene Techniken wie Löten, Schrauben, Stecken und Kleben zusammengefügt werden, was alles beim Verdrahten elektrotechnischer Bauteile nach Schaltplänen zu beachten ist, wie Rohrleitungen verlegt und angeschlossen sowie Bleche, Schutzeinrichtungen und Profile bearbeitet und angepasst werden. Man lernt diverse Mess- und Prüfverfahren kennen, mechanische Schutzeinrichtungen von kältetechnischen Anlagen und Systemen zu prüfen und zu reinigen, Dämmstoffe einzubauen und Maßnahmen des Korrosionsschutzes durchzuführen.

Auf dem Programm stehen des Weiteren das Qualitätsmanagement des Betriebes, das Lesen von Montagezeichnungen und elektrischen Schaltplänen sowie die Pflege der Betriebsmittel wie Maschinen und Hebezeuge. Umfangreiches Wissen erwirbt man sich über die Wartung von Anlagen und Systemen der Kälte- und Klimatechnik, über das Einstellen von Steuerungs-, Regelungs- und Überwachungsprogrammen sowie zur Umstellung auf umweltfreundlichere Kältemittel. In der Berufsschule erarbeitet man sich den theoretischen Hintergrund.

Die Ausbildung, während der sich Zusatzqualifikationen erwerben lassen, dauert dreieinhalb Jahre und kann in Ausnahmefällen verkürzt werden. Eine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben, jedoch werden Bewerber mit mittlerer Reife bevorzugt.

Betätigungsfelder findet der Mechatroniker für Kältetechnik in Betrieben, die Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen planen und montieren. Auch als Wartungspersonal wird er benötigt. Während in kleineren Handwerksbetrieben für die anfallenden Arbeiten eher Generalisten gefragt sind, wird in der Industrie meist eine Spezialisierung für eingeschränkte Aufgabenbereiche gefordert. So entscheidet man sich nach der Ausbildung in der Regel für ein Spezialgebiet in der Produktion, der Montage und Instandhaltung, in der Qualitätssicherung oder im Kundendienst.

Weiterbilden kann man sich zum Meister oder zum Techniker und damit in eine Leitungsfunktion aufsteigen. Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man studieren. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Betrieb ist möglich.