Papiertechnologe/in

Papier, Pappe und Zellstoffe tauchen überall im Alltag auf: in der Schule und im Büro, am Kiosk und in der Bücherei, in der Küche und beim Gang zur Toilette, nicht zu vergessen als Taschentuch in der Hosentasche. Die Herstellung von Papier erfordert spezialisierte Fachkräfte, die mit modernen Maschinen umzugehen wissen. Nicht umsonst heißt heute, wer früher Papiermacher war, Papiertechnologe.

Die dreijährige Ausbildung berücksichtigt in insgesamt zwölf Wahlqualifikationseinheiten die Aufgabenschwerpunkte in den jeweiligen Betrieben. Zwei davon sind zu wählen, etwa Veredelungsverfahren oder vertiefte Kenntnisse in Hydraulik und Pneumatik.

Um Papier, Karton und Pappe herzustellen, wird eine Reihe spezieller Maschinen eingesetzt, die der Papiertechnologe fachgerecht einrichtet und wartet. Rohstoffe wie Holz und Altpapier bereitet man auf und verarbeitet sie zu Faser- bzw. Halbstoffen, indem man das Material mahlt, reinigt, entfärbt und mit Leim-, Hilfs- und Farbstoffen im Wasser vermengt.

Alle Arbeitsgänge müssen sehr sorgfältig durchgeführt werden, da die Mischungsverhältnisse der Zugaben sowie die Fasergröße der Halbstoffe die spätere Papierqualität bestimmen.

In der Produktionsanlage wird das Faserstoff-Wasser-Gemisch auf Sieben zu Blättern gebildet, entwässert und gepresst, auf heißen Zylindern zur Papierbahn getrocknet und schließlich aufgerollt. Nach Bedarf werden die Bahnen satiniert oder beschichtet. Danach schneidet der Papiertechnologe das Papier, den Karton oder die Pappe zu kleineren Rollen oder Bogen.

Bei der Zellstoffproduktion werden zu Beginn die Ausgangsstoffe, z.B. Holz und Altpapier, aufbereitet und mit Chemikalien wie etwa Bleichstoffen ergänzt. In der Zellstoffmaschine wird das Gemisch bis zur gewünschten Restfeuchtigkeit entwässert. Schließlich wird der fertige Zellstoff u.a. in Ballen gepresst und verpackt und anschließend fachgerecht gelagert.

Damit alle Herstellungsprozesse problemlos ablaufen, richtet der Papiertechnologe die in der Regel hochmodernen, vollautomatisierten Maschinen ein und überwacht die Fertigungsqualität. Er kontrolliert Temperatur- und Druckverhältnisse, den Feuchtigkeitsgehalt der Roh- und Halbstoffe und prüft, ob die Endprodukte den geforderten Qualitätsstandards entsprechen. Bei Abweichungen ändert er die entsprechenden Einstellungen.

Des Weiteren hält er die Produktionsanlagen, die meist über eine moderne Steuerungs- und Datentechnik verfügen, instand. Mess- und Regeltechnik sind daher ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Die Vorschriften des Umweltschutzes gilt es bei allen Arbeiten genau zu beachten.

Der Papiertechnologe arbeitet in Zellstofffabriken, Papier-, Karton- und Pappefabriken, oft in Produktionshallen und auf Leitständen. Zu den Arbeitsorten gehören ferner Lagerhallen und Prüflabors. Durch Weiterbildungsmöglichkeiten kann er – etwa als Industriemeister Papiererzeugung oder als Techniker Papiertechnik – Karriere machen. Dabei werden meist einige Jahre Berufserfahrung vorausgesetzt.

Hat man Abitur oder andere Zugangsvoraussetzungen für ein Studium, kann man einen Bachelorabschluss im Bereich Papiertechnik ins Auge fassen. Er wird u.a. an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe angeboten. Am dreijährigen Berufskolleg Papiertechnik an der Papiermacherschule Gernsbach erwirbt man neben dem Berufsabschluss Papiertechnologe zugleich die Fachhochschulreife.

 

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