Physiklaborant/in

Ein ausgeprägtes Interesse an Naturwissenschaften sollte mitbringen, wer die dreieinhalbjährige Ausbildung als Physiklaborant anstrebt. Physikalische Messungen und Versuchsreihen sind das Metier des Physiklaboranten, der sich seine Ausbildungsplätze eher mit der Lupe suchen muss – nur wenige Industriebetriebe können in diesem Bereich Nachwuchs heranziehen. Mit breitem Hintergrundwissen – die Auszubildenden erhalten Einblicke in Metallbearbeitung und Mikrobiologie ebenso wie in Elektronik und Computerdokumentation – baut er seine rechnergesteuerten Versuchsanlagen auf, führt die jeweiligen Messungen und Versuche durch und dokumentiert sie mit Hilfe des Computers.

Gute Kenntnisse in Mathematik, Physik, Chemie und Englisch sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung. Gefragt ist der Physiklaborant in Forschungs- und Entwicklungslabors von Unternehmen – meistens Elektro-, Maschinenbau-, Glas- oder Baustoffindustrie, aber auch Luft- und Raumfahrttechnik – und Universitäten oder auch in Prüfinstituten. Jeweils knapp die Hälfte der Azubis brachten im Jahr 2008 Abitur oder mittlere Reife mit, ein verschwindend geringer Teil den Hauptschulabschluss.

An seinem Arbeitsplatz misst der Physiklaborant die Eigenschaften von Werkstoffen und Systemen. Eine Fragestellung könnte beispielsweise sein, wie sich die Eigenschaften eines Werkstoffes mit Hilfe von Nanotechnologie verbessern lassen. Dazu muss der Physiklaborant vorhandene Schaltpläne lesen können oder neue entwickeln und danach die Versuchsanordnung mit den notwendigen Instrumenten aufbauen. Das kann ein Strommesser ebenso sein wie ein Elektronenmikroskop. Bisweilen müssen Schlauch- und Rohrverbindungen extra hergestellt werden. Bei der Arbeit trägt der Physiklaborant Arbeitskittel, Handschuhe und unter Umständen auch eine Schutzbrille und Strahlenschutzkleidung. Korrektes Einhalten der Sicherheitsvorschriften ist in diesem Beruf besonders wichtig, da zum Beispiel mit Säuren und Laugen hantiert oder Strahlung gemessen wird. Mit dem Messen endet seine Aufgabe noch lange nicht: Es gilt, die gewonnenen Daten in der Regel mit Hilfe von speziellen Computerprogrammen zu dokumentieren und zu analysieren. Die aufbereiteten Ergebnisse stehen dann den Physikern oder Entwicklungsingenieuren zur Verfügung. Zudem warten die Laboranten die technischen Versuchs- und Prozessapparaturen und halten sie instand.

Wer auf der Karriereleiter weiter empor steigen will, kann sich zum Techniker der Fachrichtungen Physiktechnik oder Werkstofftechnik weiterbilden oder ein Bachelorstudium im Bereich Physik oder Werkstofftechnik beginnen.