Schornsteinfeger/in

Schornsteinfeger. Foto: ZukunftBeruf

Schornsteinfeger.
Foto: ZukunftBeruf

Obwohl auch hin und wieder eine Frau zu finden ist, die das Schornsteinfegerhandwerk ausübt, gilt dieser Beruf, der Schwindelfreiheit und eine sichere Körperbeherrschung voraussetzt, nach wie vor als eine Domäne der Männer.

Zwar ist als Zugangsvoraussetzung keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, doch es empfiehlt sich zumindest ein guter Hauptschulabschluss, um eine Grundlage zu haben, den hohen Theorieanteil an der Ausbildung zu bewältigen. Die Ausbildung selbst dauert drei Jahre. Der betriebliche Teil wird bei einem Bezirksschornsteinfegermeister absolviert. Daneben müssen die Berufsschule und Lehrgänge in den überbetrieblichen Lehrwerkstätten des Schornsteinfegerhandwerks besucht werden.

Der Lehrling lernt u. a. das Lesen und Anfertigen von Skizzen und Zeichnungen; lernt die Vorschriften des Baurechts und des Schornsteinfegerwesens, lernt alles über den Feuerschutz und den vorbeugenden Brandschutz. Zum praktischen Teil der Lehre gehören das Kehren, Reinigen und Überprüfen von Schornsteinen, Verbindungsstücken und Feuerstätten und das Messen an Feuerungs- und Lüftungsanlagen, deren Funktionsstörungen man letztlich auch erkennen und beheben können muss.

Über eine Feuerstelle, wie es sie früher gab, war ein Rauchkanal gebaut. Dieser Rauchkanal war auf einen Stützstein aufgesetzt, der aus der Wand herausragte und ‘Schorre’ genannt wurde. Der Vorgang des Kehrens hieß infolgedessen ‘schorren’, wovon sich die Bezeichnung ‘Schorn’steinfeger abgeleitet hat.

Heute ist das Schorren nur ein Teilbereich im Aufgabengebiet eines Schornsteinfegers, der in einem festgelegten Bezirk bei allen Gebäuden Immissionsschutzmessungen vornimmt. Hier wird geprüft, wie hoch der Rußgehalt in der Heizungsabluft ist, welche Kohlendioxyd-Anteile und ob Ölrückstände vorhanden sind. Auch der Zug des Schornsteins wird geprüft und die Abgas­temperatur festgestellt. Aus all diesen Werten entsteht der Prüfbericht, der darüber Auskunft gibt, ob eine Heizungsanlage wirkungsvoll arbeitet.

Die Aufgaben im Rahmen des Umweltschutzes und der Energieeinsparung gewinnen immer mehr an Bedeutung. Hier gilt es auch, die Kunden ordentlich zu beraten.

Um mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten, muss der Schornsteinfeger sich bei Lehrgängen weiterbilden. Er nimmt auch an Vorbereitungskursen teil, die ihn befähigen, einen Kehrbezirk zu übernehmen.

Hat man die Meisterprüfung erfolgreich abgelegt, wird man in die Bewerberliste für einen frei werdenden Kehrbezirk aufgenommen. Auch als Bezirksschornsteinfegermeister kann man sich Weiterbildungsmaßnahmen unterziehen und Unterweiser für überbetriebliche Maßnahmen und für nebenberufliche Lehrtätigkeiten werden.