Übersetzer/in / Dolmetscher/in

Unser Alltag ist heute ohne die Tätigkeit von Übersetzern und Dolmetschern kaum mehr vorstellbar: Ob es sich um den neuesten ausländischen Bestseller, die Bedienungsanleitung eines im Ausland hergestellten Gerätes oder das Handbuch eines Computers handelt, ob es um ein Gespräch zwischen Politikern aus verschiedenen Ländern, ein Fernsehinterview, Berichte internationaler Presseagenturen oder die Abwicklung von Exportgeschäften geht – vieles bliebe den meisten Menschen völlig unzugänglich, würden Übersetzer und Dolmetscher es nicht sprachlich für die jeweilige Zielgruppe erschließen.

Übersetzer und Dolmetscher sind Experten für die Kommunikation zwischen Angehörigen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen. Ihre Aufgabe ist es, mündlich oder schriftlich vermittelte Inhalte so in die Muttersprache bzw. in die Fremdsprache zu übertragen, wie der Auftraggeber des Ausgangstextes ihn verstanden wissen möchte. Übersetzer sind dabei für die schriftliche Übertragung von Texten zuständig, Dolmetscher für die mündliche Übertragung.

Wichtige Fähigkeiten sind dabei: eine gute Allgemeinbildung, der sichere Umgang mit Mutter- und Fremdsprache, Kenntnisse der kulturellen Zusammenhänge anderer Länder, fundierte Fachkenntnisse und die Fähigkeit, Fachtexte zweck- und adressatengerecht zu übertragen, Kenntnis und Einsatz aller wesentlichen professionellen Arbeitsmittel, die Fähigkeit, sich fachlich und terminologisch in neue Sachgebiete einzuarbeiten sowie methodisches Wissen zur Bewältigung typischer beim Übersetzen und Dolmetschen auftretender Probleme.

Das Arbeitsspektrum der Übersetzer reicht von den verschiedensten Arten des Fachübersetzens (oft hochspezialisierte Texte z. B. aus den Bereichen Wirtschaft, Technik, Informationstechnologie, Medizin) bis hin zu schöngeistiger Literatur. Der professionelle Umgang mit berufsrelevanten elektronischen Hilfsmitteln wie Terminologieverwaltungssystemen, DTP-Programmen und Translation-Memory-Systemen wird zunehmend unverzichtbar.

Einsatzgebiete von Dolmetschern sind vor allem Tagungen, Konferenzen, Geschäfts- oder Gerichtsverhandlungen, aber auch Medienauftritte, bei denen entweder in der Kabine (simultan) oder konsekutiv gedolmetscht wird. Häufig organisieren Dolmetscher auch ein ganzes Team einschließlich der dazugehörigen Technik für eine Konferenz. Das Spektrum an Fachkenntnissen ist häufig noch breiter als beim Übersetzen, da sich Dolmetscher selten auf ein bestimmtes Gebiet spezialisieren können.

Die Ausbildung zum Übersetzer oder Dolmetscher erfolgt in der Regel an Universitäten, Fachhochschulen und in Bayern an Fachakademien. Darüber hinaus kann bei den Oberschulämtern eine staatliche Prüfung abgelegt werden, auf die verschiedene private Einrichtungen vorbereiten. Ausbildungsschwerpunkte sind (je nach Ausbildungsstätte mit unterschiedlicher Gewichtung): das Erlernen der grundlegenden Techniken des Übersetzens und Dolmetschens, Fachübersetzen, Kulturwissenschaft, vertiefte Kenntnisse in einem bestimmten Sachfach sowie Kenntnisse in der Terminologie und Sprachdatenverarbeitung. An den Universitäten wird die Ausbildung durch die Lehre der Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaften wissenschaftlich untermauert.

Übersetzer und Dolmetscher sind immer häufiger als Freiberufler tätig. Dies erfordert neben Sprach- und Fachwissen eine Vielzahl weiterer Kenntnisse, um als Unternehmer bestehen zu können. Angefangen von Kostenkalkulation über Auftragsakquise bis hin zu Grundlagen des Vertragsrechts ist ein breites Wissen gefragt, um in diesem vielfältigen und interessanten Beruf erfolgreich zu sein.