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BIBB-Studie: Soziale Anerkennung – warum Berufe nicht gewählt werden

von Team ZukunftBeruf | 23 Mai 2019

Bonn. Selbst wenn ein Beruf ihren Tätigkeitsinteressen entspricht, neigen viele Jugendliche dazu, ihn bei ihrer Berufswahl fallenzulassen, wenn er nicht genügend soziale Anerkennung zu vermitteln scheint. Darüber hinaus können ungünstige Rahmenbedingungen während der Ausbildung oder ungünstige Arbeitsbedingungen weitere Gründe sein, einen als interessant wahrgenommenen Beruf auszuschließen. So die Ergebnisse einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Sie beruht auf einer schriftlichen Befragung von Schülerinnen und Schülern neunter und zehnter Klassen allgemeinbildender Schulen in Nordrhein-Westfalen.

Anlass war die Tatsache, dass jedes Jahr junge Menschen ohne Ausbildungsplatz dastehen, obwohl die Zahl der unbesetzt bleibenden Ausbildungsplätze von Jahr zu Jahr steigt. Angebote der Berufsorientierung, die auf eine Ausweitung des Berufswahlspektrums zielen, blieben dabei nur bedingt erfolgreich. Berufe mit Besetzungsproblemen, zum Beispiel in der Gastronomie und in Teilen des Handwerks oder in der Pflege, wurden nicht in Betracht gezogen.

Laut BIBB-Studie ist die Erwartung einer mangelnden sozialen Passung ein Hauptfaktor für den Ausschluss eines Berufs aus dem Feld möglicher Optionen. Wenn Jugendliche meinen, in ihrem sozialen Umfeld, insbesondere bei ihren Eltern und im Freundeskreis, mit einem bestimmten Beruf nicht gut anzukommen, beziehen sie diesen nicht mehr in ihre Berufswahl ein – auch dann, wenn die Tätigkeiten mit ihren eigenen beruflichen Interessen übereinstimmen würden.

Weitere Gründe, dass Jugendliche Berufe links liegen lassen, sind als ungünstig wahrgenommenen Rahmenbedingungen – etwa Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten – oder auch Unsicherheit darüber, was einen in einem Beruf erwartet.

Dazu BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser: „Wollen wir mehr Jugendliche für Berufe mit Besetzungsproblemen gewinnen, müssen wir die Rahmenbedingungen und Perspektiven dieser Berufe verbessern.“