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CHE-Studie: Teilzeit im Studium noch keine Selbstverständlichkeit

Gütersloh. Anders als im Beruf, ist das Thema Teilzeit im Studium noch nicht etabliert. Aktuell studieren 7,2 Prozent aller Studierenden offiziell in reduziertem Umfang, insgesamt stehen 13,5 Prozent aller Studiengänge auch in Teilzeit zur Verfügung. Dies zeigt eine Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Die Quote der Teilzeitstudierenden, die zwar in einen Vollzeit-Studiengang eingeschrieben sind, aber weniger intensiv studieren, liegt laut aktueller Sozialerhebung deutlich höher, als es die offiziellen Zahlen zeigen. Demnach studiert rund jeder Dritte in einem deutlich geringeren zeitlichen Umfang als vorgegeben. Laut Statistischem Bundesamt schlossen 2014 lediglich 40 Prozent der Studierenden ihr Studium innerhalb der Regelstudienzeit ab. Das CHE sieht deshalb großen Bedarf an einer Flexibilisierung der Studienzeiten, der durch das formale Teilzeitstudium nicht gedeckt werde. „Der Anteil an Studierenden, die ein Studium mit Familie, Beruf oder anderen Faktoren in Einklang bringen müssen, wächst konstant. Die bestehenden Rahmenbedingungen für ein Teilzeitstudium tragen dem in keiner Weise Rechnung“, sagt CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele.

Nur jeder achte Studiengang in Deutschland kann nach den Angaben im HRK Hochschulkompass offiziell auch in Teilzeit belegt werden. Die Quote an Teilzeitstudiengängen liegt im Wintersemester 2018/19 bei 13,5 Prozent. Sie ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte gestiegen.

Zum Wintersemester 2016/17 studierten laut Statistischem Bundesamt rund 200.000 Studierende offiziell nicht in Vollzeit. Im Ländervergleich verzeichnet Hamburg die höchste Quote an Teilzeitstudierenden – jeder fünfte. Das liegt auch an zwei dort beheimateten privaten Fern-Hochschulen, deren rund 17.000 Studierende überwiegend ein Teilzeitstudium absolvieren. Die Hochschule mit den meisten Teilzeit-Studierenden, nämlich 51.193, ist die FernUniversität Hagen.
Insgesamt ist das Teilzeitangebot an Universitäten mit 16 Prozent etwas umfangreicher als das an Fachhochschulen mit 11,5 Prozent. Im Masterbereich (16,7 Prozent) gibt es eine größere Auswahl als im Bachelorbereich (11,8 Prozent). In den Gesellschafts- und Sozialwissenschaften besteht die Teilzeitoption in jedem fünften Studiengang. Ähnlich hoch ist der Anteil auch für die Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Medizin und Gesundheitswissenschaften.

Das CHE plädiert für eine Weiterentwicklung des Teilzeitstudiums, u.a. eine Anpassung der BAföG-Regelungen, die eine Förderung in Teilzeit bisher ausschließt. Auch das Informations- und Serviceangebot müsse deutlich verbessert werden.

Info: Informationen zum Thema, Checklisten und eine kommentierte Linkliste unter www.che.de/teilzeit