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Erprobung in der Westpfalz: Lebensbegleitende Berufsberatung – ganzheitlich, lebenslang, präventiv

Kaiserslautern. Was brauchen wir, um uns fit zu machen für die digitale Arbeitswelt, den demographischen Wandel, den technischen Fortschritt? Für einen Arbeitsmarkt, in dem die Erwerbsbiographien unsteter, Arbeitsplatzwechsel häufiger und berufliche Anpassungen regelmäßig notwendig werden? Ein Patentrezept für diese Fragen hat Heidrun Schulz nicht. Wohl aber einen klaren Rat: „Bildung, Bildung, Bildung.“ Zusammen mit Peter Weißler, dem Leiter der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, zog die Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit (BA) eine erste Bilanz des Konzepts ‚Lebensbegleitende Berufsberatung‘. Es ergänzt und erweitert die bestehenden Angebote der BA.
Die Westpfalz ist neben Leipzig und Düsseldorf Pilotregion für das Beratungs- und Orientierungsangebot, das frühzeitig in den Schulen starten und bei Bedarf ein ganzes Erwerbsleben abdecken soll. ‚Ganzheitlich, lebenslang, präventiv‘ sind die Schlagworte.

Um Jugendlichen die Augen zu öffnen für die Vielzahl an Ausbildungsberufen und Karrierewegen, gehen die BA-Mitarbeiter noch früher in die Schulen, regelmäßig ab Klasse 8. „Wir bieten die Beratung dort an, wo die jungen Leute sind“, unterstrich Weißler. Verstärkt wurde die Präsenz an den acht berufsbildenden Schulen in der Westpfalz: „Wir haben dort offene Türen eingerannt.“ Die Berater kümmern sich insbesondere um Schülerinnen und Schüler im Übergangssystem, und der Einsatz zeigt Erfolge: „Wir haben mehr Bewerber für eine Ausbildung gewinnen können als im Vorjahr, dies bei sinkenden Schülerzahlen“, bilanzierte Weißler. Da die Betriebe verstärkt Nachwuchs und Fachkräfte suchten, gelte es, das vorhandene Potenzial noch mehr auszuschöpfen.

An den Berufsschulen erreichen die Fachkräfte auch Auszubildende, die an ihrer Wahl zweifeln oder von einem Ausbildungsabbruch bedroht sind, immerhin jeder vierte bis fünfte. Mit PraeLab, einem webbasierten ‚Frühwarnsystem‘, können Azubis sich mit ihrer Ausbildungssituation auseinandersetzen; abgefragt werden Sozial-, Methoden- und personale Kompetenzen. Bei Bedarf können sie sich beraten lassen und Fördermaßnahmen wie ausbildungsbegleitende Hilfen in Anspruch nehmen.

Eine weitere Zielgruppe sind Studierende, die an einen Wechsel oder Abbruch denken – in den MINT-Fächern sind das bis zu vierzig Prozent. Sie finden direkt an der TU und der Hochschule Kaiserslautern Ansprechpartner der Arbeitsagentur, die bei der weiteren beruflichen Orientierung und Planung helfen.
Und schließlich wird die Beratung für Beschäftigte intensiviert, die sich beruflich neu orientieren oder weiterentwickeln möchten. Der Fokus liegt dabei besonders auf Menschen ohne Berufsausbildung oder mit geringer Qualifikation.

„Die ersten Ergebnisse machen mich sehr zufrieden“, so Heidrun Schulz. So hat die Zahl der Beratenen deutlich zugenommen – möglich dank rund dreißig zusätzlicher Personalstellen. Im Frühjahr beginnt die Evaluierungsphase der bis Ende 2018 angelegten Erprobung. Die Regionalchefin ist zuversichtlich, dass das Konzept danach flächendeckend eingeführt wird – mit der Arbeitsagentur als Motor, der ein breites Netzwerk antreibt.