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IHK-Positionspapier zur Integration von Flüchtlingen: „Unternehmen brauchen mehr Unterstützung und rechtliche Klarheit“

Mannheim. Die Flüchtlinge in der Region Rhein-Neckar kommen nach und nach auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt an. Die Hürden, die sie und die Unternehmen zu überwinden haben, sind noch hoch, sagt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar und stellt Forderungen zur schnelleren Integration in Ausbildung und Arbeit. IHK-Präsidentin Irmgard Abt: „Die Unternehmen brauchen mehr Unterstützung und rechtliche Klarheit. Den Flüchtlingen hingegen muss stärker als bisher das deutsche duale Ausbildungssystem nahe gebracht werden.“

In einer Umfrage Ende 2015 zur Beschäftigung von Flüchtlingen hatten sich 400 Unternehmen aus der Region bereit erklärt, Flüchtlingen eine Ausbildung oder eine Arbeitsstelle anzubieten. Daraus entstand ein Aktionsprogramm zur Integration von Flüchtlingen mit Informationsveranstaltungen, Beratung zu rechtlichen Fragen und der Einstellung von zwei zusätzlichen Bildungsberatern.

Ein Anfang April beschlossenes Positionspapier nennt ausreichende Sprachkenntnisse und technisches Grundverständnis, zumindest die Beherrschung der Grundrechenarten, als zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration. Die Unternehmen fordern laut Abt, den „Förderdschungel“ hinsichtlich der Deutschkurse für über 18-Jährige zu lichten und die Programme und Anbieter zu vernetzen. Geförderte Sprach- und Mathematikkurse könnten Teil von Einstiegsqualifizierungen zur Vorbereitung einer Berufsausbildung werden, lautet ein Vorschlag.

Die Unternehmen fordern mehr Planungssicherheit. „Für Flüchtlinge mit hoher Bleibeperspektive, die eine Ausbildung beginnen, sollte während der Ausbildung und für weitere zwei Jahre ein Abschiebeschutz bestehen“, so Abt, die sogenannte 3+2-Regelung. Nach wie vor seien für die Unternehmen viele Fragen offen – z.B. Versicherungs- und Arbeitsschutz, Unterstützungsangebote, Mindestlohn-Regelung. Zwei neue IHK-Bildungsberater stehen Unternehmen und Flüchtlingen in Sachen Ausbildung zur Seite.

Thomas Beck, Geschäftsführer der Fritz Fels Spedition, Heidelberg, hat positive Erfahrungen mit der Beschäftigung von Flüchtlingen gemacht. Allerdings brauche es noch viel Geduld, um die Rahmenbedingungen zu klären: „Aber ich bin sicher, es zahlt sich aus.“

Das Zehn-Punkte-Programm mit Ideen und Forderungen der IHK:

  • – Schnelle Qualifikationserfassung
  • – Information der Flüchtlinge zum Thema duale Ausbildung
  • – Beschleunigung der Asylverfahren
  • – Erweiterung der Liste der Mangelberufe
  • – Praktika grundsätzlich über sechs Monate vom Mindestlohn ausnehmen
  • – Zeitarbeit für Flüchtlinge nicht erst nach 15 Monaten ermöglichen
  • – Existenzgründungsberatung für Flüchtlinge
  • – Einfachere und schnellere Erlaubnis zur Existenzgründung
  • – Transfergesellschaften
  • – Arbeitsschutz