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IHK-Umfrage: Immer mehr Betriebe bilden Studienabbrecher aus

Stuttgart/Karlsruhe. Immer mehr Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung in Baden-Württemberg übernehmen Studienabbrecher in eine Berufsausbildung. Das ergab eine Online-Umfrage der Industrie- und Handelskammern bei 1.900 ausbildenden Betrieben im Land.

Die Möglichkeiten der verkürzten Ausbildung, zeitgleicher Zusatzqualifizierungen sowie Karriereperspektiven durch eine Weiterbildung etwa zum Meister, Fach- oder Betriebswirt machten eine Berufsausbildung attraktiv für ehemalige Studierende, sagt Dr. Martin Frädrich, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der IHK Region Stuttgart.

In der Umfrage gaben 42 Prozent der Unternehmen (im Bezirk der IHK Karlsruhe 58 Prozent) an, dass ihr Betrieb neue Bewerbergruppen erschließe, unter anderem Studienabbrecher. Das ist ein Anstieg um rund 30 Prozentpunkte seit 2013. Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) vom Juni brechen rund 18 Prozent der Bachelor-Studierenden in Baden-Württemberg innerhalb von drei Jahren ihr Studium ab. Ein halbes Jahr nach der Exmatrikulation nehmen rund 44 Prozent der Abbrecher in Baden-Württemberg eine Berufsausbildung auf.

Nur knapp 72 Prozent der von der IHK befragten Unternehmen konnten alle Lehrstellen im vergangenen Herbst besetzen, im Bezirk der IHK Karlsruhe sogar nur 64 Prozent. Die größten Probleme hat das Gastgewerbe: Von den befragten Betrieben konnten fast drei Viertel ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen, gefolgt von 40 Prozent bei Verkehrsbetrieben und ebenfalls 40 Prozent in der Baubranche.

Der häufigste Grund, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, ist weiterhin der Mangel an geeigneten Bewerbern. Er wird von fast 70 Prozent der Unternehmen angeführt. Mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer sehen Ausbildungshemmnisse unterschiedlicher Art, darunter unklare Berufsvorstellungen an erster Stelle. Von den befragten Unternehmen, die die Ausbildungsreife der Bewerber bemängeln, beklagen mehr als 60 Prozent mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen, annähernd so viele Leistungsbereitschaft und Motivation, mehr als die Hälfte die Belastbarkeit und ebenso Disziplin und Rechenfertigkeiten. Das sind die schlechtesten Umfrageergebnisse seit 2013.

Dennoch nehme die Bereitschaft der Betriebe, leistungsschwächere Schulabgänger auszubilden, weiter zu, so die IHK. Rund ein Drittel nutze die Angebote der Arbeitsagentur. Die Bereitschaft, Flüchtlinge auszubilden, ist von ca. drei Prozent auf knapp neun Prozent gestiegen. Für die nächsten zwei Jahre planen weitere 20 Prozent, Geflüchteten in der Ausbildung eine Chance zu geben.

In den befragten Unternehmen haben sich rund 37 Prozent der Beschäftigten weitergebildet, vor allem in firmeneigenen Seminaren. Jedes zweite Unternehmen unterstützt seine Mitarbeiter bei der höheren Berufsbildung, wie zum Beispiel der Qualifikation zum Meister, Fach- oder Betriebswirt.