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Impfen in Ägypten: Nachtrag

von Team ZukunftBeruf | 18 August 2021

Er wurde viel gelesen und viel „downgeloadet“ – unser Bericht übers Impfen in Ägypten.

Nun, seit der Veröffentlichung im Juni hat sich einiges getan im Land der Pharaonen. Überraschend viele Ägypter, die skeptisch in Sachen Impfung waren, lassen sich die Spritze verabreichen. Der Engpass bei AstraZeneca und Sinopharm soll auch durch Lieferschwierigkeiten der Hersteller entstanden sein. In den Impfzentren werden nach Veröffentlichung unseres Berichtes und der Übersetzung ins Arabische den Europäern gern die Charge-Nummern mitgeteilt, man kann sie auch von den Dosen abfotografieren. Bis August galt für AstraZeneca die Charge-Nummer ABX 3129, ab August gibt es eine neue Charge-Nummer: ABX 4044.

Die Charge-Nummern bei AstraZeneca sind sechs Monate gültig, länger hält der Impfstoff nicht.

Die Ärzte tragen die Charge-Nummer auf der Impfbescheinigung ein. Abgestempelt wird der Eintrag beim Gesundheitsamt in Hurghada, gegenüber dem General Hospital. Im General Hospital erhält man den international gültigen QR-Code, hier sind die maßgebenden Daten zur Impfung hinterlegt. Der QR-Code kostet aktuell für Ausländer 400 Pfund.

Im QR-Code ist die Charge-Nummer nicht enthalten. Beim Gesundheitsamt versteht man nicht, warum Deutschland als offenbar einziges Land so viel Wert auf die Charge-Nummern legt. Die durchgeführte Impfung wegen der fehlenden Charge-Nummer nicht anzuerkennen, empfinde man als absurd.
Inzwischen sind die ersten Deutschen mit dem international anerkannten QR-Code in Deutschland angekommen. Die kontrolliert wurden, hätten überraschte Beamte erlebt, das Dokument mit dem QR-Code sei jedoch akzeptiert worden.

Man kann den QR-Code auch vom Papier fotografieren. Auch die hinterlegten Daten kann man vom Handy abfotografieren, um sie bei Bedarf vorzuzeigen. Ein Screenshot hingegen ist untersagt. Screenshots könnten zu Missbrauch führen, wenn sie auf andere Handys weitergeleitet werden. Im Gegensatz zum Foto sehen sie wie die original hinterlegten Daten aus. – Das verstehe, wer will. Ein zweifelnder Beamter könnte sich den Ausweis der zu kontrollierenden Person zeigen lassen, mit den Screenshots abgleichen und so ggf. einen Missbrauch feststellen.

Die Ärzte in den Impfzentren (bzw. die Mitarbeiter im General Hospital) tragen auf Wunsch auch die Impfdaten ins gelbe, übrigens leicht zu fälschende Impfbuch ein, mit Charge-Nummer. Inzwischen hat man aufgehört, sich über dieses Büchlein zu wundern. Wenn die Deutschen das brauchen, mache man das gern.

In wenigen Wochen kann man sich in Ägypten eine App herunterladen, mit der man sich sein digitales Impf-Zertifikat aufs Handy holt. Und der Schreiber dieser Zeilen ist fest davon überzeugt, dass das funktionieren wird. Anders als in Europa die CovPass-App: Sie löscht ungefragt die Impf-Zertifikate, mehrere Medien in Deutschland haben darüber berichtet. Es empfiehlt sich also, die Papier-Dokumente stets dabei zu haben, sollte man auf Reisen gehen…