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Integrationskurse im bfw Bildungszentrum Mannheim: “Sprache ist unverzichtbares Instrument zur Integration”

Das Team der bfw-Sprachkurse: (v. li.) pädagogischer Leiter Mathias Katz, die Sprachlehrer Wolfgang Jost und Dr. Helmut Orpel, Lehrgangsorganisatorin Melanie Christmann und Sprachlehrerin Joanna Radojewska.

Das Team der bfw-Sprachkurse: (v. li.) pädagogischer Leiter Mathias Katz, die Sprachlehrer Wolfgang Jost und Dr. Helmut Orpel, Lehrgangsorganisatorin Melanie Christmann und Sprachlehrerin Joanna Radojewska.

Zurückgehende Bevölkerungszahlen, die zunehmend schwierige Herausforderung, genügend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, Fragen von Zuwanderung und Integration – die Schlagworte bestimmen seit Monaten die öffentliche Diskussion. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge etwa rechnet angesichts des Syrien-Krieges, der Kämpfe im Irak und der Flüchtlingszahlen vom Balkan für dieses Jahr mit 300.000 Asylanträgen in Deutschland. Obwohl nur ein Bruchteil tatsächlich anerkannt werden wird – hinter den Zahlen stehen Menschen, ihre individuellen Schicksale und Motive. Die Gesellschaft steht vor der Herausforderung, ein Miteinander im Geist von Toleranz und Akzeptanz zu ermöglichen.

Die Metropolregion um Mannheim und Ludwigshafen zieht in besonderem Maß Menschen aus Bulgarien und Rumänien an. “Da steckt viel Potenzial”, betonen Christian Schwarz, Leiter des bfw Bildungszentrums in Mannheim, und Dr. Helmut Orpel, der einen der Integrationssprachkurse des Bildungsträgers leitet. “Die Sprache als Kulturträger ist ein unverzichtbares Instrument zur Integration. Sie erlaubt den Zugang zu beruflicher Bildung und Integration in den Arbeitsmarkt und damit eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe.” Das bfw teilt explizit die Auffassung, wie sie etwa die Ludwigshafener Integrationsbeauftragte Hannele Jalonen vertritt: Migration und Vielfalt als Chance und Bereicherung zu sehen.

In der Bevölkerung wächst die Überzeugung, dass Deutschland Zuwanderung braucht, hat die Bertelsmann Stiftung jüngst erhoben. Allerdings verbindet sich damit eine Qualitätsdiskussion – und Sprache ist eine der Voraussetzungen für Qualität.

Seit rund fünf Jahren baut das bfw Bildungszentrum in Mannheim sein Angebot an Sprachkursen für die Zuwanderer in der Metropolregion aus. So gibt es derzeit allein vier Alphabetisierungskurse. Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die eine besondere Ausbildung der Dozentinnen und Dozenten verlangt – ein Studium, das sie zu Sprachkursen befähigt, und eine Zusatzqualifikation für die Alphabetisierung. Als gewerkschaftliches Bildungsunternehmen fühle sich das bfw der Qualifizierung von benachteiligten und bildungsfernen Menschen in besonderem Maß verpflichtet, begründet Christian Schwarz dieses Engagement.

Die Dozenten sind handverlesen und wissen, dass sie grundsätzliche Bildungsarbeit nachholen müssen. Denn Migration liegen nicht nur politische, sondern auch soziale Verwerfungen zugrunde. “Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen erst einmal das Lernen lernen”, erläutert Kursleiter Helmut Orpel. “Der Großteil will weiterkommen, aber viele haben nur rudimentäre Voraussetzungen.”

Deutsch als Fremdsprache
Die sogenannten Integrationssprachkurse richten sich in erster Linie an Neuzuwanderer. In einem Einstufungstest werden zuvor die vorhandenen Sprachkenntnisse ermittelt. Neben Sprachfertigkeit geht es auch um einen Einblick in die Rechtsordnung, die Kultur und die Geschichte Deutschlands. Die Teilnehmer sollen das Niveau B 1 erreichen – damit sind sie sprachlich gerüstet für eine Berufstätigkeit und einen Einbürgerungstest. Daneben gibt es Förderkurse für Zuwanderer, die schon länger hierzulande leben, ihr Deutsch jedoch eher im Alltag und nicht im Unterricht erlernt haben. Die Alphabetisierungskurse schließlich richten sich an Migranten, die das lateinische Alphabet oder generell nicht bzw. kaum lesen und schreiben können. Die Kurse werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert.

Umschulungen
Zum Portfolio des Mannheimer Bildungszentrums gehören auch Umschulungen in vielen kaufmännischen, gewerblich-technischen und IT-Berufen. Vorgeschaltet ist jeweils eine dreimonatige Orientierungsphase, die hilft, die berufliche Neuorientierung – gegebenenfalls mit einem Praktikum – abzusichern. Für die Berufspraxis arbeitet das bfw eng mit Kooperationsbetrieben zusammen.

Nähere Informationen unter
Tel.: 06 21 / 12 09 30
www.bfw.de