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Mit dem Master Soziale Arbeit ins Rotlichtmilieu: Beratungs- und Begegnungscafé für Prostituierte

Mannheim. In Deutschland arbeiten bis zu 400.000 Frauen in der Prostitution – über 1,2 Millionen Männer nutzen täglich ihre Dienstleistungen. Viele Frauen sind weder gemeldet noch krankenversichert und kämpfen mit Problemen wie Schwangerschaften oder Gewalt. Julia Wege, Absolventin des Masterstudiengangs Soziale Arbeit an der SRH Hochschule Heidelberg, leitet die Beratungsstelle ‘Amalie’ und macht Prostituierten Mut, aus dem Milieu auszusteigen.

Während ihres Bachelorstudiums arbeitete Julia Wege in einer Beratungsstelle für Obdachlose in Weinheim. Das Schicksal der Wohnsitzlosen relativierte ihren Blick auf die eigene Realität. Aber mehr noch das Schicksal einer jungen Frau, die jeden Abend dorthin kam – um den Obdachlosen für ein paar Euro ihre Dienste anzubieten. “Es war ein Schock”, sagt Julia Wege rückblickend, “und seitdem hat mich das Tabuthema Prostitution nicht mehr losgelassen.” Für ihre Masterthesis zum Thema Prostitution recherchierte sie unter anderem im Mannheimer Rotlichtmilieu in der Lupinenstraße.

Fünf Jahre später hat sich nur wenige hundert Meter von der Bordellstraße entfernt eine neue Welt in der Neckarstadt aufgetan: die hell, freundlich und geschmackvoll wie ein Café gestaltete Beratungsstelle ‘Amalie’ – benannt nach der Mannheimer Frauenrechtlerin Amalie Struve. Julia Wege und ihr Team hören den Prostituierten zu, beraten sie und bieten zusammen mit einem Gynäkologen kostenfrei medizinische Hilfe an. Mit der finanziellen Unterstützung des Diakonischen Werks Mannheim, der Stadt Mannheim, des Sozialministeriums Baden-Württemberg und der SRH Hochschule Heidelberg ist ‘Amalie’ zu einem Erfolgsmodell geworden, das Frauen beim Ausstieg aus der Prostitution hilft oder auch schon Geburten begleitete. Julia Wege ist es gelungen, aus ‘Amalie’ einen Ort der Begegnung zu machen – Nachfrage steigend.