Das Fachmagazin für Studium, Aus-, Fortbildung und Personaldienstleistung

ZukunftBeruf: Neue Ausgabe Metropolregion Rhein-Neckar erschienen

...

20 Jahre Jugendakademie in Mannheim

...

Schluss mit HPV-ausgelöstem Krebs!

Speyer....

Neue Studiengänge: Hohe Dynamik im Bereich Gesundheit

...

Metropolregion Rhein-Neckar: 18. Existenzgründungstag

...

Werbung: Tipp des Tages

Facebook

    

Archiv

‚Start Integration‘ unterstützt den Weg in Ausbildung und Arbeit: „Wenn ich fleißig bin, kann ich alles schaffen“

Ramish Salimy (links) aus Afghanistan hat im Praktikum seinen Wunschberuf gefunden: Metallbauer. Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, begleitet vom Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer der Pfalz, Ralf Hellrich (rechts), informierte sich im BTZ der Kammer in Ludwigshafen über das Projekt 'Start Integration'.

Ramish Salimy (links) aus Afghanistan hat im Praktikum seinen Wunschberuf gefunden: Metallbauer. Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, begleitet vom Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer der Pfalz, Ralf Hellrich (rechts), informierte sich im BTZ der Kammer in Ludwigshafen über das Projekt ‚Start Integration‘.

Ramish Salimy ist ein höflicher, zurückhaltender junger Mann. Im Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer der Pfalz in Ludwigshafen bearbeitet der 18-jährige Afghane ein Metallstück. Das ist genau sein Ding, hat er im Praktikum gemerkt. Er hofft auf eine Ausbildung als Metallbauer, wenn er im Sommer sein Berufsvorbereitungsjahr an der Berufsbildenden Schule in Ludwigshafen beendet hat – mit einem Hauptschulabschluss, ist sich seine Lehrerin Laura Enders sicher. Sie erlebt ihn wie viele seiner Mitschüler in der Sprachanfängerklasse als motiviert und fleißig. Ramish Salimy hat seinen Vater wegen des Kriegs in Afghanistan früh verloren. Jetzt möchte er für sich, seine Mutter und die kleinen Geschwister sorgen können. „Wenn ich fleißig bin, kann ich alles schaffen“, ist er überzeugt.

„Sehr motiviert, freundlich und respektvoll“, lobt Metallausbilder Daniel Emering die Praktikanten aus dem Projekt ‚Start Integration‘. Der 16-jährige Syrer Shervan Hussein begeistert sich fürs Stuckateur-Handwerk. Er ist alleine geflohen, wirkt sehr reif, lebt mit einem anderen jungen Syrer in einer Pflegefamilie, spielt Fußball mit den Kumpels aus der Nachbarschaft. Hier gehe es ihm gut, berichtet er, aber er sorge sich um seine Familie, die in der Grenzregion zur Türkei lebt. Wenn eines Tages Frieden herrschen sollte in seinem Heimatland, zieht es ihn dann zurück? Der junge Mann klingt skeptisch: „Vielleicht habe ich dann schon eine Familie hier …“

„Ein Vorzeigeprojekt“ nennt die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke ‚Start Integration‘ bei ihrem Besuch im BTZ. Handwerkskammer und BASF unterstützen zusammen mit Industrie- und Handelskammer sowie Arbeitsagentur junge Flüchtlinge auf ihrem Weg in Ausbildung und Arbeit. Im BTZ geht es um Praxiserfahrung, Handwerk hautnah. „Unser Ziel ist es, über berufliche Orientierung und Kompetenzfeststellung auf eine Ausbildung vorzubereiten und allen Geeigneten und Willigen, die über eine Bleibeperspektive verfügen, einen Ausbildungsplatz zu vermitteln“, sagt Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer der Pfalz.

„Da sind wirkliche Talente dabei“, findet auch Bauausbilder Stefan Braun. Ohne große Anleitung haben seine Schützlinge fein säuberlich einen Pflasterstreifen verlegt, mit Neigung und Ablaufrinne. Wenn sie mal nicht weiter wussten, halfen die Straßenbau-Azubis aus dem fachpraktischen Unterricht. „Die sehen einfach den Menschen, nicht den Flüchtling“, erlebt Braun.
Spracherwerb ist die wichtigste Voraussetzung, darin sind sich alle Akteure einig. Aber auch, so früh wie möglich den Arbeitsalltag und die nötigen Qualifikationen kennenzulernen, sagt Matthias Flick, Leiter des BASF-Ausbildungsverbunds. Mit diesem Ziel unterstützt sein Unternehmen ‚Start Integration‘.
Förderung für Ausbildungscoaches

Für ihre Coaches für betriebliche Ausbildung und die daraus erwachsenen Flüchtlingsnetzwerker erhält die Handwerkskammer der Pfalz in diesem Jahr Landesmittel in Höhe von gut 170.000 Euro. Die Coaches beraten Auszubildende wie Ausbildungsbetriebe, unterstützen Jugendliche bei der Suche nach Praktika und Ausbildungsplätzen, helfen bei Schwierigkeiten, werben Ausbildungsstellen ein. Die Flüchtlingsnetzwerker unterstützen nicht mehr schulpflichtige Flüchtlinge bis 35 Jahre mit Bleibeperspektive bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, bei der Bewerbung und während der Ausbildung.