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Südpfalzinitiative für Flüchtlinge: Hilfen koordinieren und vernetzen

Landau. Vertreter der Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße, der Stadt Landau, der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz, der Handwerkskammer der Pfalz, der Jobcenter Landau-Südliche Weinstraße und Germersheim sowie der Agentur für Arbeit Landau haben im September die Präambel zur ‚Südpfalzinitiative für Flüchtlinge‘ unterzeichnet. Sie bildet die Klammer zweier lokaler Kooperationsvereinbarungen in den Regionen Germersheim und Landau-Südliche Weinstraße. Die Kooperationspartner wollen die berufliche und gesellschaftliche Integration von Flüchtlingen in der Südpfalz voranbringen und ihre Hilfen koordinieren und vernetzen.

„Die berufliche Integration ähnelt bei den meisten Geflüchteten einem Langstreckenlauf. Entscheidend ist, in der Startphase die Sprache zu erlernen. Nur dann bestehen realistische Chancen, das Ziel zu erreichen“, sagt Christine Groß-Herick, die Chefin der Agentur für Arbeit Landau. Neben den sprachlichen Hemmnissen seien kaum Kenntnisse über den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorhanden. Das duale Ausbildungssystem etwa sei vielen jungen Flüchtlingen nicht bekannt. Sie würden gerne schnellstmöglich arbeiten und müssten den Wert eines beruflichen Abschlusses erst vermittelt bekommen – eine große Informations- und Beratungsaufgabe. Davon unberührt bleibe das ursprüngliche Geschäft: „Niemand wird deswegen weniger betreut oder bekommt geringere Unterstützung.“ Zentrale Anlaufstelle für geflüchtete Menschen soll der neue IntegrationsPunkt bei der Arbeitsagentur Landau werden.

Kompetenzcheck

„Jeder Mensch kann etwas“, betont Michael Böffel von der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz. Voraussetzung für eine Integration in den Arbeitsmarkt sei eine belastbare Einschätzung, welche Vorbildung, Sprachkompetenz und Berufserfahrung die Flüchtlinge mitbringen. Je nach Beruf führt die IHK einen mehrtägigen Kompetenzcheck in den gängigen Berufsfeldern wie Metall, Elektro, Handel oder Gastronomie durch. Dabei werden die eigenen Angaben der Flüchtlinge über Arbeitsproben geprüft. Findet sich ein Arbeitsplatz, sollen Mitglieder des Senior Experten Service (SES) die Geflüchteten anfangs unterstützen, etwa durch Besuche am Arbeitsplatz oder die Empfehlung und Vermittlung von weiterführenden Deutschkursen, Fachseminaren etc.

Flüchtlingsnetzwerker

Handwerksorganisationen und -betriebe stünden bereit, motivierte Flüchtlinge zu qualifizieren und auszubilden, sagt Rita Petry von der Handwerkskammer der Pfalz (HWK). Unterstützung, etwa hinsichtlich möglicher Fördermaßnahmen, erhielten Betriebe und Flüchtlinge von den Flüchtlingsnetzwerkern, einem Kooperationsprojekt der Handwerkskammern, der Agenturen für Arbeit und des Wirtschaftsministeriums Rheinland-Pfalz.

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