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Team der Hochschule Karlsruhe: 579,2 Kilometer mit einem Liter Benzin

579,2 Kilometer legte der Eco-Flitzer aus Karlsruhe mit einem Liter Treibstoff zurück. Foto: Dominik Störkle

579,2 Kilometer legte der Eco-Flitzer aus Karlsruhe mit einem Liter Treibstoff zurück.
Foto: Dominik Störkle

Karlsruhe/London. Ein Fahrzeug entwickeln und konstruieren, das mit einem Liter Kraftstoff die größtmögliche Entfernung zurücklegt – dieser Aufgabe stellte sich ein studentisches Team der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft. Beim weltweit größten Energieeffizienzwettbewerb, dem Shell Eco-marathon, Ende Mai im Queen Elizabeth Olympic Parc in London schaffte sein rot-weiß lackierter NEMO (New Efficient Mobility Object) genau 579,2 Kilometer.

Gestartet wurde in zwei Kategorien, den Prototypen mit nur wenigen konstruktiven Vorgaben und den Urban-Concept-Fahrzeugen, die für den öffentlichen Straßenverkehr geeignet sein müssen. Sowohl konventionelle Kraftstoffe als auch alternative Energiequellen waren für den Antrieb zugelassen.

Das Team ‚High Efficiency Karlsruhe‘, rund 30 Studierende aus dem Bachelor- bzw. Masterstudiengang Maschinenbau und dem Masterstudiengang Effiziente Mobilität in der Fahrzeugtechnologie sowie fünf Gaststudierende von ausländischen Partnerhochschulen, ging mit einem Prototyp mit Benzinantrieb an den Start. Am Ende der Rennwoche belegte es den 19. Rang von 59 Teams, von denen es nur 37 überhaupt ins Ziel schafften. Mit einem Liter Benzin hatten die Karlsruher insgesamt 579,2 Kilometer zurückgelegt – das entspricht einem Verbrauch von ca. 0,17 Litern auf 100 Kilometer.

Im Vorfeld hatte das Team in verschiedenen Arbeitsgruppen ein vollständig neues Fahrzeug entwickelt und gebaut. Das bisherige Chassis wurde optimiert und neu gefertigt. So wurden beispielsweise die Räder wieder nach außen und somit frei gelegt, was das Chassis verkleinerte und den Strömungswiderstand senkte. Die Vorderradaufhängung und das Lenksystem wurden komplett überarbeitet. Zudem wurde ein leistungsstärkerer Motor mit optimiertem Antriebsstrang verbaut. Die Strategie, das Fahrzeug durch eine Vereinfachung der Technik insgesamt zuverlässiger zu gestalten, bewährte sich.

Nicht nur am Eco-Flitzer selbst wurde gearbeitet. Zahlreiche Prüfstände wie beispielsweise ein Rollen-, Reifen-, Wälzlager- und ein Motorprüfstand wurden neu aufgebaut bzw. weiterentwickelt, um diverse Tests an Komponenten des Fahrzeugs durchführen zu können. Des Weiteren wurde eine numerische Fahrzeugsimulation eingesetzt, um eine optimale Fahrstrategie für den Wettbewerb zu finden. Die Studierenden verbesserten durch diese methodische Vorgehensweise nicht nur ihr Ergebnis beim Wettbewerb, sondern erhielten einen praxisnahen Einblick in die Fahrzeugindustrie.

Michael Birk, Student im dritten Semester des Masterstudiengangs Maschinenbau: „Ich bin total begeistert und stolz auf das, was wir als Team in London erreicht haben. Wir haben nicht nur gemeinsam die Aufgabe gemeistert, ein ultrasparsames Fahrzeug zu bauen, sondern auch den Grundstein für weitere Pläne und Optimierungen an unserem Fahrzeug gelegt.“

„Das Team war in dieser Saison besonders stark motiviert und hat sich auch durch einige Rückschläge, wie sie bei einem solchen innovativen Entwicklungsprojekt gelegentlich auftreten, nicht beirren lassen“, so Prof. Dr.-Ing. Volker Hirsch, betreuender Professor an der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik. „Das Projekt vermittelt unseren Studierenden einen sehr realistischen Eindruck von der praktischen Ingenieurarbeit. Neben faktischen Randbedingungen wie dem verfügbaren Budget oder dem zeitlichen Limit durch den Wettbewerbstermin war die Entwicklung unseres Prototypenfahrzeugs durch viel Detailarbeit und Optimierungen gekennzeichnet.“

Info: Der Shell Eco-marathon wird jedes Jahr sowohl in Europa als auch in Singapur (Asien) und den Detroit (USA) ausgetragen. In London waren 192 Teams aus 27 Ländern Europas und Afrikas am Start, darunter 15 aus Deutschland, vier aus Österreich und zwei aus der Schweiz.

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